Michael's Life

Wie man sich im Iran umbringt

Die einfachste und "schnellste" Methode ist es Motorrad zu fahren, dicht gefolgt vom Autofahren. Manchmal sollen es wohl auch Busse tun. Wenn man Geld hat, kann man es auch mit einem Inlandsflug probieren, doch die Chancen sind hier nicht so hoch, doch der Abgang ist etwas Medienwirksamer. Wenn man es lieber langsam mag, kann man es mit Rauchen und Trinken probieren. Eine Kombination mit ersterem ist sicherlich auch von Vorteil und erhoeht die Chancen. Richtige Drogen wie Opium oder NA sind hier auch sehr in Mode und sorgen fuer einen wirklich sicheren Tod. Leider ist Schwerhoerigkeit, ausgeloest von zu lauter Musik, nicht endemisch.

Anscheinend sind die Lebensmittel hier auch nicht kontrolliert und die Pestizide die von deutschen Firmen verkauft werden, da sie bei uns in Europa seit 40 Jahren verboten sind, finden hier grossen Absatz. Aber selbst jeder Atemzug fuehrt, z.B. in Teheran, wenn man nur lange genug wartet, dem sicheren Tod entgegen.

Doch auch der liebe Staat schafft gerne Abhilfe. Z.B. soll es Stoersender fuer das Satelittenfernsehen geben und man weiss nicht wie stark und gefaehrlich diese sind. Beliebt ist auch die Methode, sich bei einer illegalen Party bei einer Polizeirazzia von einem Balkon "fallen" zu lassen, um dem Gefaengnis zu entgehen. Oder wenn man etwas sportlicher ist und ein letztes Mal Spass haben will, kann man sich auch mit pruegelnden "Motorradfahrer" anlegen, oder sich eine Kugel bei Demonstrationen einfangen.

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Autounfall in Iran

Wie durch ein Wunder ist uns, und vorallem dem Mann den wir in den Bergen um Bojnurd mit dem Auto ueberfahren haben, nichts passiert. Es passierte auf dem Rueckweg von einem Bergdorf. es ist bereits dunkel und es regnet stark. Hinter einer Bergkuppe hat ein Auto dummerweise auf der falsche Seite der Strasse angehalten und der Fahrer dieses Fahrzeuges ist ausgestiegen. Mehdi will rechts an dem Fahrzeug vorbei, es ist unmoeglich den Mann zu sehen, und dann geht alles sehr schnell. Der Mann prallt gegen unsere Windschutzscheibe, wir rammen wohl noch einen Teil des Autos, landen rechts im Graben und kommen nach 20-30 Metern zum Stehen. Den Mann finden wir spaeter unter unserem Auto und legen ihn ins Auto. Jeder von uns denkt dass er tot sein muss nach einem solchen Aufprall. Doch wie durch ein Wunder ist ihm nichts passiert. Nicht mal die kleinste Schramme hat er abbekommen. Bei stroemenden Regen warten wir dann eine halbe Stunde bis der Krankwagen, die Polizei und der Abschleppwagen kommt, denn unser Auto ist hinueber. Meine groesste Sorge ist, dass nochmal ein Auto diesmal in uns rasen koennte, da wir kein Warndreieck dabei haben und somit die Unfallstelle nicht absichern koennen. Doch gekonnt werden vorbeifahrende Autos mit der Lampe des Handys zum vorsichtigen Vorbeifahren bewegt. Doch eins ist klar, wenn hier etwas wirklich schlimmes passiert, hat man kaum eine Chance schnell gerettet werden zu koennen.
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Quer durch Iran - 2000km in vier Tagen

Frueh am Morgen des 21. Oktobers 2011, einem Freitag, geht es los. Mit einem Taxi fahre ich zum Bahnhof um den 7:25 Zug nach Mashad zu erwischen. Natuerlich habe ich kein Ticket, probiere jedoch durch die Warteliste noch an ein Last-Minute Ticket zu kommen, doch hier warten bereits 100 oder mehr Leute. Als ich noch in der Schlange stehe, weit entfernt vom Schalter, faehrt jedoch mein Zug bereits los. Die Zuege fahren hier, anders als die Busse, puenktlich ab. Da ich keine Lust habe einige Stunden auf den naechsten Zug zu warten, der zudem ein "normaler", d.h. seeeehr langsamer Zug ist, laufe ich zur naechsten Metrostation und dann weiter zum Sued-Busbahnhof. Von dort nehme ich einen Bus nach Mashad, gegen 9 geht es los. Die Fahrt wird 13 Stunden dauern. In der Wueste machen wir Rast. Es ist sau kalt! Geschaetzte 10 Grad. Und dann um 19:31, was ist das. Doch nicht etwa... Regen! Der erste Regen seit 2 Monaten! Wirklich freuen kann ich mich nicht, da ich keine Regenkleidung dabei habe. Im Bus mache ich Bekanntschaft mit einem netten jungen Mann, Said, er kommt aus Shiraz und studiert in Mashad. Abends gegen 10 Uhr erreichen wir endlich Mashad. Zu Fuss brauche ich eine knappe Stunde zu Vali's Homestay. Er freut sich mich wiederzusehen, und ich freue mich ebenso.

Nach einer kurzen Nacht, ich bin gegen 6 Uhr bereits wieder am Busbahnhof, fahre ich am naechsten Morgen nach Bojnurd. Der Mann, der im Bus die Sitzplaetze verteilt, ist ein Vollidiot, sorry. Zuerst sitzen alle Leute vorne, dann meint er, wir sollen und alle hinten in den Bus setzen. Es gibt zwar grossen Protest unter den Leuten, doch letztendlich folgen sie ihm. Einige Zeit spaeter dann duerfen wir doch wieder nach vorne in den Bus. Ich sitze - oh Wunder oh Wunder - neben einer... Frau. Bestimmt gibt es ein Gesetz dass dies verbietet. Da es eine aeltere Frau ist, ist dies jedoch kein Problem. In Bojnurd angekommen (nach 5 Stunden Fahrt) holt mich Mehdi Khoshbakht (sein Nachname bedeutet "gluecklich") ab und wir besichtigen eine alte Residenz eines Herrschers der Qajar Dynastie (sie ging im fruehen 20. Jahrhundert zuende). Lustigerweise lese ich gerade "Daughter of Persia", ein Buch, das von der Tochter des letzten Herrschers dieser Dynastie geschrieben wurde. Mohsen ist ein wundervoller Mensch. Leider koennen wir uns auch Englisch nicht ganz so gut unterhalten. Spaeter bei ihm zu hause treffen wir seine Freunde Omid (den sie Taliban nennen wegen seinem Bart), Hermidas und Nader (den wir irgendwas mit "kesch" am Ende nennen :). Wir haben eine super lustige Zeit zusammen, fahren in die Berge, erleben einen Autounfall zusammen, bei dem auf wirklich wundersame Weise niemand verletzt wird, reden viel Bloedsinn und vieles mehr.

Am Sonntag abend, nach zwei sehr schoenen Tagen in Bojnurd, nehme ich den Bus nach Tehran. Unterwegs entscheide ich mich spontan noch einen Stop in Gorgan einzulegen. Ali holt mich um 1 Uhr nachts in Gorgan ab. Am naechsten morgen treffe ich nochmal Mohsen Gilak. Vor zwei Wochen hatten wir eine tolle Zeit zusammen in Gorgan. Doch, als ich morgens wach im Bett liege und nochmal nachzaehle wann mein iranisches Visum ablaeuft merke ich, dass dies bereits am 25. Oktober der Fall ist, und nicht wie vorher angenommen am 26. Oktober, d.h. es laeuft morgen (also heute :) ab. Egal. Auch mal interressant einen Tag illegal in Iran zu sein. Vielleicht faellt es auch niemanden auf. Schlimmstenfalls zahle ich 50$ Strafe.

Dann geht es auch schon weiter. Ali hilft mir ein Auto nach Teheran zu finden. Ich will nicht den Bus nehmen, da er sehr viel laenger braucht, 8 bis 9 Stunden statt 5 bis 6. Und ich will nicht nachts um 2 in Teheran ankommen. Doch, wenn man lange leben will ist es besser einen Bus zu nehmen. Doch gluecklicherweise passiert uns nichts. Gekonnt weicht der Fahrer allen Hindernissen oder entgegenkommenden Fahrzeugen aus, bremst wenige Zentimeter vor einem Lastwagen, den er mit seiner Lichthupe und Hupe nicht auf die rechte Seite bringen konnte. Jedesmal wenn seine Lieblingsmusik lautstark durch die Lautsprecher kracht, bekomme ich ein wenig Angst, da es ihn zu einer (noch) wilderen Autofahrt motiviert. Doch insgesamt war er ein guter Fahrer der sein Fach versteht. Er koennte es mit Sicherheit mit jedem Formel 1 Fahrer aufnehmen.

Montag (24.) Nacht um elf bin ich schliesslich wieder zurueck in Teheran und gehe nach einem leckeren Ghorme Sabzi sehr ermuedet zu Bett. Doch auch diese Nacht wird kurz, da Ehsan und ich um 6:30 schon wieder losfahren muessen zum Deutschunterricht. Mein letzter legaler Tag in Iran hat begonnen.

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In Khorramabad

Heute ist Sonntag, der 16. Oktober. Vom Süd Bus-Terminal in Teheran fahre ich um 10 Uhr los. Nach 4 Stunden erreichen wir Arak und die Landschaft wird von nun an schöner, aufgeräumter. Felder statt brach liegendes Land und keine Industrie. Nochmals 4 Stunden später erreichen wir Khorramabad, die Hauptstadt von Lorestan. Sie liegt schön in den Bergen, eine tolle Landschaft. In Karaj erzählte mir jemand dass die Menschen hier (Lore) bekannt sind für ihre Sturheit. Kein Kommentar, aber das passt. Sie sind auch eine eigene Volksgruppe, und irgendwie sehen die Menschen hier anders aus. Sie errinnern mich mehr an Kurden oder Irakis, aber das ist mehr ein Gefühl. Nach einer Nacht im Hotel Karon versuche ich ein günstigeres Hotel zu finden. Auf der Suche frage ich einen jungen Mann und lande schliesslich bei ihm zu Hause. Zu Mittag essen wir Ab-e Guscht. Sehr lecker. Es fällt mir sehr schwer lori zu verstehen, ähnlich schwer wie tadschikisch. Shahab, 25, ist arbeitslos. Er kommandiert seine Mutter und Fatima, seine jüngere Schwester herum. Sein Vater ist vor 7 Jahren gestorben. Er zeigt mir Bilder von seinem Vater im Iran-Irak Krieg. Wir spielen Karten und merke dass Shahab Probleme mit Zahlen hat. Am Abend lerne ich viele seiner Freunde kennen. Einige davon sind wohl Drogendealer. Ich sehe mit eigenen Augen wie zwei Kunden wohl Stoff kaufen. Der Freund hat auch richtig schiss als ein Polizeiauto vorbeifährt. Einige andere Freunde reden von Kokain und NA, letzteres gibt es hier jetzt wohl statt Kokain. Wir fahren mit viel zu lauter Musik durch die Stadt. Die Leute geben aus meiner Perspektive ein trauriges Bild ab, dennoch sind sie sehr freundlich. Ich übernachte hier, doch am nächsten Tag ziehe ich wieder zurück ins Hotel. Heute, Dienstag, besichtige ich Falak-ol-Aflak, eine Festung in der Stadtmitte. Morgen fahre ich nach Teheran zurück. Insgesamt habe ich ein gemischtes Bild von der Region hier. Ich hatte herzlichere, freundlichere und feinere Menschen, wie ich in Tadschikistan oder anderen Teilen von Iran getroffen habe, erwartet, aber die durfte ich leider nicht kennenlernen.

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In Teheran und Karaj

Es ist mühselig mit dem Handy zu tippen und Bilder kann ich nur vom Handy uploaden da in Iran viele Webseiten, u.a. auch Posterous, gesperrt sind.

Am 9. Oktober bin ich also in Teheran angekommen, nach 9 langen Stunden Busfahrt. Ach, da fällt mir ein, was Mohsen mir über die Verkehrstoten in Iran erzählt hat. Das passt irgendwie zu Teheran.Angeblich sterben jedes Jahr in Iran 25000 Menschen im Strassenverkehr. Jedes Jahr ein Erdbeben wie damals in Bam. Die Zahl kommt mir realistisch vor. Ich schätze in Deutschland ist es nur ein zehntel dessen. Warum? Spätestens wenn du in Teheran bist weisst du warum. Die Autos sind harmlos, dafür die Motorräder umso schlimmer. Es ist keine Seltenheit dass mal ein Motorad dir entgegenkommt. Und dann die Amir Kabir Strasse nahe des Bazars. Ein konstantes, ohrenbetäubendes Gedröhne, so laut dass es fast wehtut. Jede Autobahn in Deutschland ist ein Dreck dagegen. Der Lärm kommt von den vielen Motorrädern, und diese machen es schwer die Strasse zu überqueren, da sie schnell, unberechenbar und vorallem eines, zahlreich sind. Eine vierspurige Strasse zu überqueren wenn eine Hord e von zehn oder mehr angebraust kommt ist nicht leicht. Zudem weiss man in Teheran nie, von welcher Seite Autos kommen können, da auch gerne mal die andere Seite verwendet wird. Und niemand ist angeschnallt und kaum einer trägt ein Helm.
Und 5 Leute auf einem Moped sind keine Seltenheit. Mann, Frau und dazwischen drei kleine Kinder. Aber wir sind auch schon zu 8 in einem kleinen Pkw gefahren. Hinten vier, das war noch recht bequem. Aber auf dem Fahrersitz und Beifahrersitz jeweils zwei, das war bestimmt nicht so angenehm.

Nach zwei Tagen im Hotel besuche ich Nima's Eltern und bleibe für zwei Tage dort. Supernette Familie, und fast alle sprechen Deutsch. Ehsan, Nima's Cousin, bringt mich zu einem sehr guten Frisör, jetzt seh ich aus wie Ricky Martin :)

Am Donnerstag dem 13. Oktober besuche ich Mohammad und Rita in Tajrish, und zusammen mit zwei Australiern und einem iranischen Pärchen fahren wir in die Nähe von Karaj zu Freunden. Donnerstags beginnt hier das Wochende, so wie bei uns Samstag. Dort helfen wir bei der Weinproduktion. Eine sehr nette Familie und viele Freunde sind da. Ich spiele mit den beiden Kindern und die 10 jährige Tochter bringt mir Farsi bei. Sie versteh ich recht gut und sie wird bestimmt einmal eine gute Lehrerin abgeben. Freitag fahren wir wieder zurück Nach Tehran. Samstag Abend ziehe ich zu Ehsan's Familie um. Hier fühle ich mich auch sehr wohl. Mein Gepäck lasse ich hier und am nächsten morgen breche ich auf nach Khorramabad.

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Gorgan und Kaspisches Meer

Nach fast zehn Tagen Aufenthalt in Mashad, in denen ich vom fast nichts tuen, bis auf eine Wanderung ins Bergdorf Kang, einer Besichtigung einer Teppichwaschfabrik, Helfen in der Küche und anderen Kleinigkeiten, zu ermüden drohte, habe ich mich am Mittwoch dem 5. Oktober schließlich aufraffen können und bin mit dem Bus nach Gorgan gefahren. Es war eine kurze Nacht da ich schon um 6 in der früh am Busterminal sein musste, Vali, unserer aller Vater, vom gleichnamigen Homestay hat mich freundlicherweise noch zum Stadtbus begleitet. Nach fast 12 Stunden Fahrt habe ich Gorgan, Hauptstadt der Provinz Golestan erreicht. Im Bus habe ich eine nette Bekanntschaft mit Masoumeh und Nodja gemacht die allerdings leider schon in Bojnurd aussteigen müssten. In Gorgan hat mich Mehran, ein Freund von Mohsen, abgeholt. In den folgenden Tagen durfte ich iranische Gastfreundschaft hautnah miterleben. Mohsen und sein Sohn Nima, Mehran und Zohreh, Ali und Armin, all diese Leute durfte ich kennenlernen. Wir waren in Bandar-e Turkeman am Kaspischen Meer, im Nahar Xordan, im Djungel oder Ali hat klassische Lieder auf der Tar gespielt und dazu gesungen während wir gebrannten Arak Schnaps aus Keshmesh (Rosinen) oder Bier tranken. Nach 4 langen, ereignisreichen Tagen bin ich dann schliesslich am 9. Oktober mit dem Bus weiter nach Teheran gefahren, wobei mir der Abschied schwergefallen ist. Nochmals 9 lange anstrengende Stunden Fahrt und ich bin in Teheran.
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Das Imam-Reza Heiligtum in Mashad

Am Abend des 27. Septembers besichtigte ich zusammen mit einem englischen Pärchen aus London die heiligste Stätte für Schiiten in Iran, das Imam-Reza Heiligtum. Kameras sind verboten, doch Bilder mit dem Handy sind erlaubt, und davon wird auch häufig Gebrauch gemacht. Bei Sonnenuntergang, wenn die Gläubigen zu Tausenden zu den Gebetsteppichen strömen, ist dieser Ort besonders beeindruckend. Das Heiligtum ist gigantisch gross, ca. einen Kilometer im Durchmesser und besteht aus zahlreichen Innenhöfen, in denen man sich leicht verirren kann. Es gibt Bereiche die für Nicht-Muslime gesperrt sein sollen, doch wir wissen nicht welche das sind und niemand scheint uns aufhalten zu wollen. Besonders amüsant finde ich als eine Gruppe von hundert Frauen oder mehr sehr eilig zu den Teppichen "rennt" um das Gebet nicht zu verpassen. Die zu tausenden wenn nicht gar zu zehntausenden betenden Gläubigen verbreiten eine ganz besondere, mächtige und ehrfurchtvolle Stimmung.

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Alex und Renat in Ashgabat

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Am 25. September mache ich in einem Restaurant in Ashgabat Bekanntschaft mit Alex und Renat. Sie sind sehr nett und wollen mich auf ein Bier einladen, was ich jedoch ablehne. Renat ist Kameramann und filmt Hochzeiten. Auf dem Weg nach Ashgabat habe ich mindestens ein Duzend davon gesehen. Alex ist Tartare aus Kashan (Russland) und arbeitet in einem Computerladen. Anhand seinen blonden Haaren merkt man sofort dass er nicht gebürtiger Turkmene ist. Ich bin froh als Abschluss eine gute Erfahrung gemacht zu haben, wobei die Ausreise aus Turkmenistan ja leider wieder eine negative Erfahrung werden wird...

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Iran - Endlich

Am 26. September ist es dann endlich soweit. Ich fahre in den Iran! Man be Iran miram. Darauf warte ich schon sooooo lange und freue mich entsprechend darauf, zudem die Zeit in Usbekistan und Turkmenistan irgendwie anstrengend und leider immer wieder gepraegt von nicht so tollen Erlebnissen war. Wahrscheinlich habe ich einfach nur Pech gehabt. Doch bis ich die iranische Grenze erreiche, werde ich noch reichlich abgezockt. Das Taxi bis zu dem ersten Checkpoint kostet 20$. Von dort, muss man einen Shuttlebus nehmen, der durch Niemandsland in das ca. 25km weit entfernte Badjiran faehrt. Der Preis sollte eigentlich wenige Dollar betragen, doch als Tourist werde ich kraeftig ausgenommen. Der erste will ueber 20$ haben, doch ich sage nein und fliege sofort aus dem Bus. Die Fahrer sind nicht sehr freundlich, und die Passagiere sind nicht weniger unfreundlich, ganz zu schweigen dass man von ihnen Hilfe erwarten kann. Letztendlich gelingt es mir fuer $15 mitzufahren, der Grenzbeamte hilft mir da noch ein wenig. Aber irgendwie habe ich sowas von die Schnautze voll, insbesondere auf die Passagiere des Busses und ignoriere sie fortan. Und dann bin ich auch schon im "Gelobten Land" Iran. Hier ist erst mal alles zweisprachig (also auch Englisch) und vorallem alles gut durchorganisiert und die einzelnen Stationen sind mit Nummern versehen. Es geht recht schnell bis ich durch die Kontrolle bin. Und einen Taxifahrer nach Mashad finde ich auch recht schnell, vielleicht zu schnell. Fuer die drei bis vier Stunden nach Mashad will er $55 haben, das ist ein angemessener Preis. Was mir nicht so passt ist, dass er sich dann wie selbstverstaendlich zum Essen einladen laesst. Das Essen ist... einfach nur koestlich. Kheily khoshmaze bud. Trotzdem bin ich sauer, dass ich fuer ihn zahlen muss und beschliesse es von den $55 abzuziehen. Als er mir dann spaeter ein Eis und eine Cola kauft, werde ich wieder weich. Ich nenne ihm ein Hotel zu dem er mich bringen soll, Hotel Pars, doch er bringt mich zu einem sehr teueren Hotel namens Hotel ParsMashad, ich habe das Gefuehl das er sich davon nochmal eine gewisse Provision verspricht. Dann will er mich nicht zu meinem Hotel fahren, doch ich bleibe hart und bestehe darauf und sage nicht zu als er nochmal dafuer mehr Geld haben will. Da er das Hotel nicht findet, bringt er mich zu Vali's Non-smoking Homestay. Und dafuer bin ich ihm im Nachhinein dankbar, denn es ist eine sehr gute Location. Ich lasse mich dann trotzdem noch zu dem nicht weit entfernt liegenden Hotel Pars bringen, und gebe ihm $45 und 10 Tuman (ca. 8$). Er will natuerlich mehr, aber mehr bekommt er nicht. Dafuer bekomme ich noch ein paar unschoene Worte hinterher geschmissen, aber das stoert mich nicht. Das Hotel Pars gefaellt mir nicht so sehr, darum laufe ich zurueck zum Homestay, finde es aber nicht gleich, bis mich ein Mann, Ali - ein Freund von Vali, auf dem Motorad anspricht und mich auf seinem Motorad zum Homestay bringt. Hier werde ich mich die naechste Tage ausruhen von all den Strapazen der letzten Tage.

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Turkmenistan

Am Morgen des 24. Septembers mache ich mich auf nach Turkmenistan. Chris begleitet mich noch bis zu dem Bazar von wo aus die Marschrutkas Richtung Grenze fahren. Dann heisst es Abschied nehmen, zum zweiten und letzten Mal. Es ist schon fast Mittag als ich die turkmenische Grenze erreiche. Dort warten hunderte von Usbeken oder Turkmenen, wie Vieh hinter Gittern eingesperrt, auf die Ausreise nach Turkmenistan. Als Tourist darf ich einfach rechts daran vorbeilaufen und werde auch sonst ueberall durchgewunken. Zwischen usbekischer und turkmenischer Grenze sind es ca. 20 Minuten zu Fuss durch die Wueste in der prallen Mittagssonne. Am Strassenrand sammelt sich der Muell, der wahrscheinlich von den hier entlangfahrenden oder stehenden LKWs stammt. An einem turkmenischen Vorposten werde ich von den Beamten eingeladen mit ihnen Brot zu essen. Dann geht es weiter in einem Minibus zu der eigentlichen "Grenze", ein netter Turkmene bezahlt fuer mich, da ich noch keine Manat (turkmensiche Waehrung) besitze. Da gerade Mittagspause ist, muessen wir hier fuer knapp zwei Stunden warten. Es herrscht schreckliches Gedraenge und viele Leute streiten sich wer als erster rein darf usw. Keine besonders tolle Erfahrung. Irgendwie schaffe ich es dann doch recht zuegig mich reinzudraengen, zahle $12 Entry Tax und fuelle noch ein Formular aus, das ich nicht verstehe und schon bin ich in Turkmenistan. Fuer $5 fahre ich mit einem Taxi nach Turkmenabad. Eine Frau und ein Mann die beide miteinander verwandt sind und das "Taxi" fahren, Schmuggeln Zigaretten. Sie haben relativ viel Geld und dennoch versuchen sie mich abzuzocken, sogar ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. In Turkmenabad geht es dann mit einem kleinen Van bis nach Mary. Es sind einige nette Leute mit an Bord. Ein sehr glaeubiger Mann, ein Paerchen, der Fahrer der mich an George Clooney errinnert und staendig nuschelt da er Taback kaut, ein junger Mann und schliesslich noch der Beifahrer, der kaum noch Zaehne hat. Die Leute haben eine Menge Spass im Auto. Da das Hotel dass ich mir ausgesucht hatte nicht mehr existiert, bringt der Fahrer mich zusammen mit dem Paerchen und dem Beifahrer zu einer "Uebernachtungsmoeglichkeit". Wie sich spaeter herausstellt, ein inoffizielles, sich noch im Bau befindenden Stundenhotels, direkt neben dem Bahnhof. Im Zimmer stinkt es nach Urin und die Toiletten will man nicht gesehen haben. Doch schlimmer geht immer. Zusammen mit den Leuten gehen wir was essen, trinken einen Liter Vodka (ich trink immer nur paar Schlueckchen, so dass ich nicht betrunken werde), bis die Frau des Mannes der im Auto neben mir sass nach draussen geht und wenige Minuten spaeter mit einer jungen Frau zurueckkommt. Es scheint so, als ob sie alle der am Tisch sitzenden kennen. Ich denke zuerst dass es ihre Tochter ist. Aber letztendlich ist es eine Prostituierte - ihr Vater ist tot, ihre Mutter fuer 25 Jahre im Knast und auch sonst hat sie keine Verwandte mehr. Jetzt merke ich dass die Leute die mit mir im Auto sassen und mit mir gegessen haben ziemlich komische Leute sind, zum einen haben sie sich selbst wie selbstverstaendlich zu dem Essen eingeladen, d.h. ich durfte die Rechnung zahlen, zum anderen moechte ich gar nicht wissen was sie mit der Prostituierten gemacht haben. Schlafen kann ich in dem Raum auch nicht, denn staendig laufen Leute auf dem Gang auf und ab und in meinem Raum wimmelt es nur so von Muecken und besonders gut riechen tut es auch nicht. Am naechsten Morgen breche ich frueh auf und versuche ein anderes Hotel zu finden, doch das ist in Mary nicht leicht. Das erste Hotel existiert gar nicht mehr, ein weiteres ist bereits belegt und das letzte einfach zu teuer. Darum beschliesse ich nicht laenger hier zu bleiben und die alte Ruinenstadt Merv auszulassen und direkt nach Ashgabat zu fahren. An dem Bahnhof fuer Shared-Taxis werde ich fast in Stuecke gerissen, jeder greift einen Arm oder ein sonstiges Koerperteil und will mich in seine Richtung zu seinem Auto schleifen. Am Ende hab ich eine gute Wahl getroffen, der Taxi-Fahrer ist zwar ein Heizer wie kein zweiter - es gibt kein Auto das er nicht ueberholt, und auf der Strecke faehrt er bestimmt 160 wo andere vielleicht 100 fahren - aber wenn man es ueberlebt ist man in 4-5 Stunden in Ashgabat. Leider existieren auch hier die meissten Hotel aus meinem Reisefuehrer nicht mehr, weshalb ich letztendlich in einem relativ teueren Hotel eine Nacht verbringe. Auch ist es nicht leicht hier irgendetwas zum Essen zu finden. Am Abend mache ich noch Bekanntschafft mit Renat und Alex, zwei netten jungen Maennern die sehr gut Englisch sprechen und meine bisherigen eher negativen Erfahrungen in Turkmenistan ein wenig aufbessern. Dann bin ich froh mich endlich schlafen legen zu koennen denn ich bin ziemlich muede.

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Buchara

Unser Gaestehaus liegt mitten in der Altstadt, direkt gegenueber einer Synagoge. Das Fruehstueck im Gaestehaus ist nicht besonders gut, davon wird man kaum satt, und dann sagt man uns nicht mal dass wir eigentlich fuer den Kaffee zahlen sollten, was wir natuerlich nicht tun. Es ist schoen hier, aber nicht berauschend.

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Shahrisabz

Am 22. September brechen wir (Rita, Mohammad, Chris und ich) auf nach Shahrisabz, der Geburtsstadt von Timur Tamerlane. Die Stadt ist ueberlaufen von usbekischen Touristen und auch viele Hochzeiten finden hier statt. Christopher und ich schauen uns einige Stunden lang die Stadt an, unsere Rucksaecke lassen wir in einem Restaurant, denn wir wollen hier nicht ueber Nacht bleiben. Nach einem Schaschlik und einem Laghman machen wir uns schliesslich gestaerkt auf den Weg nach Karshi und von dort weiter mit einem Shared Taxi bis nach Buchara.

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Immer noch in Samarkand

Da ich auf Christopher warte, bin ich ganze 3 Naechte hier in Samarkand. Zusammen mit Mohammad und Rita ist es aber nicht langweilig. Wirklich wohlfuehlen tue ich mich jedoch nicht, zu touristisch ist es hier.

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Der grosse Bazar nahe Samarkand

Zusammen mit Rita besuche ich den grossen Bazar, der jeden Dienstag und Samstag ca. 20km ausserhalb von Samarkand stattfindet. Die Fahrt dorthin dauert ziemlich lang, da die Strasse ziemlich schlecht ist. Hier gibt es alles zu kaufen was das Herz begehrt!

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Shugni fuer Anfaenger

Hier ein wenig mehr Shugni, eine der Sprachen die im Pamir gesprochen wird:

  • Sarang tu ahvol? - Wie geht es dir?
  • Uzum soz. - Mir geht es gut.
  • Ya neth yoedande - Komm setz dich hier hin.
  • Taman chatz yasto? - Haben Sie Wasser?
  • Uzum az alman. - Ich bin aus Deutschland.
  • Tut az ka? - Woher kommst du?
  • Tu noem chai? - Wie ist dein Name?
  • Ma noem... - Mein Name ist...
  • Chai/chub pas - Auf Wiedersehen.
  • Deth vo - Komm wieder!
  • Uz tamard khosh ruzem - Ich wuensche Ihnen einen schoenen Tag.
  • Lap husham balad tu chate sat - Ich freue mich Sie kennengelernt/getroffen zu haben.
  • Kadand morutschka rebud - Wo ist der Bleistift?
  • Murd pomir khushiyat - Mir hat der Pamir gefallen.
  • Lap bamaza wud - Es war sehr lecker.
  • Koloch bizyor - Vielen Dank.
  • Uz nafahmam - Ich verstehe nicht
  • Ma bamaza - Mein Liebling
  • Uzum to schiwdsch - Ich liebe dich
  • To chor doro - Hast du einen Ehemann
  • retha - Junge
  • ratz - Maedchen
  • putz - Sohn
  • resin - Tochter
  • mo resin - meine Tochter
  • nan - Mutter
  • tat - Vater
  • rin - (Ehe-)Frau
  • chor - (Ehe-)Mann
  • gartha - Brot
  • brechto - Getraenk
  • oen - ja
  • na'a/nai - nein
  • kadand - wo
  • ba - Kuss
  • zem - Augen
  • netz - Nase
  • schand - Lippe
  • ref - Mund
  • rundj - Haare
  • chatz - Wasser
  • uz - ich
  • tu - du
  • ya - sie (sing.)
  • yo - er/es
  • mash - wir
  • taman - ihr
  • wathen - sie (plural)
  • murd - mir
  • kut - Hund
  • mun - Apfel
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Samarkand

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Fahrt nach Usbekistan

Am Sonntag dem 18. September ist es dann leider so weit. Ich muss heute das Land verlassen, sonst droht mir eine hohe Strasse von ca. 150 EUR. Wir (Stefan, Elke und ich) haben fuer 9 Uhr ein Taxi bestellt, doch es wir den Preis von 450 Somoni erfahren, suchen wir uns an der Hauptstrasse lieber selbst ein Taxi, und siehe da, fuer 150 Somoni (ca. 20 EUR) finden wir unmittelbar ein Taxi dass uns bis direkt an die Grenze bringt. Fuer die knappen 80 km, auf sehr guter Strasse, benoetigen wir eine Stunde. Der Grenzuebergang auf usbekischer Seite heisst Oybek. Die tadschikischen Grenzbeamten sind sehr nett zu mir und ich kann ohne Probleme passieren. Nur Elke und Stefan haben weniger Glueck, da sie keine Immigrationcard bekommen haben. Der Grenzbeamte gibt hundertmal in allen moeglichen Ausdrucksweisen Problema von sich, doch ein wenig spaeter koennen auch sie passieren. An der usbekischen Grenze hingegen muessen wir zwei Stunden lang warten und es herrscht chaotisches Gedraengel. Viele aeltere Frauen und Maenner warten hier auf die Einreise und wir bekommen das Gefuehl, dass die Warterei reine Schikane ist. Auch die sporadischen Leibesvisitationen, die nur fuer Frauen gelten, sind wohl reine Schikane. Auch ist mir nicht so ganz wohl dabei, die Menge an Bargeld das ich mit mir fuehre in ein Formular einzutragen. Denn wer weiss ob nicht der Zollbeamte einen Freund anruft und wenig spaeter werde ich ueberfallen.

Wir sind heilfroh als wie endlich "drueben" sind. Wir finden schnell einen Taxifahrer der uns fuer 50$ nach Samarkand bringt. Fuer vier Stunden Fahrt und 280km gar nicht schlecht. Sein Name ist Ismael und er ist Lehrer fuer usbekisch.Wir durchfahren eine grauenhafte, haessliche Landschaft. Vorallem der "Ort" Shirin (was auf tadschikisch "suess" bedeutet), der direkt an einem fuer Touristen geschlossenem Grenzuebergang nach Tadschikistan liegt, ist ziemlich trostlos und besteht praktisch nur aus Plattenbauten der uebelsten Sorte. Kinder fischen in einem Teich. Man koennte jedoch meinen sie fischen nach Muell, denn davon schwimmt reichlich in dem Teich. Wir passieren viele Abads. Bekobod (hier versickert der Syr-Darja im Nichts) oder Daschtabad (Dascht steht fuer Wueste). Nichts als karge Wueste die durch industriellen Raubbau verschandelt wurde. Erst kurz vor Jizzach wied es leicht huegelig. Die Landschaft nimmt Gestalt an, Baeume saeumen nun links und rechts die Strasse. Von hier sind es noch ca. 100 km nach Samarkand. Dann sieht man linker Hand Berge am Horizont auftauen. Dahinter verbirgt sich Tadschikistan.

Gegen fuenf erreichen wir endlich Samarkand. Vom Registan aus verlaufen wir uns noch ein bisschen, werden aber schliesslich von einer Horde Jungs durch die Altstadt zu dem Bed&Breakfast Furkat geleitet und dabei herzlich von allen uns entgegen kommenden Kindern begruesst. Die Architektur vom Furkat ist wirklich besonders. Die vielen Stockwerke (vielleicht 5) sind durch freischwebende Treppen miteinander verbunden. Mein Zimmer ist auch sehr schoen, nur das Bett ist ein wenig klein.

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In Chudschand

Heute ist Samstag und da morgen mein Visum ablaeuft will ich heute gerne noch nach Uzbekistan einreisen. Daher schnappe ich mein Gepaeck und will nur noch schnell den beruehmten Panjanbe Bazar ("Donnerstagsmarkt") erkunden, es dauert dann aber doch laenger als erwartet. Hier beginnt der Orient. Es errinnert mich ein wenig an Osh, das ja auch nicht weit entfernt liegt. Die Leute hier sehen viel "asiatischer" aus als noch in Duschanbe oder gar im Pamir. Besonders auffaellig ist das bei den Frauen wie ich finde, bei den Maennern nicht so sehr.

Nachdem ich auf dem grossen Platz zwischen dem Bazar und der grossen Mosche von einem Englisch-sprechenden Mann angesprochen werde, der in Duschanbe Englisch studiert hat und jetzt als Lehrer in Chudschand arbeitet, soll ich seinen Verwandten per Handy irgendetwas auf Deutsch erzaehlen, die mich natuerlich nicht verstehen sondern nur lachen. Er laedt mich dann noch ein mit ihm nach Kanibadom zu kommen, wo seine Verwandten gerade mit der Baumwollernte beschaeftigt sind. Ich muss leider ablehnen.

Dann tausche ich noch 210 Somoni in 100 uzbekische 1000 Som Scheine und fuelle damit meine Geldbeutel und meine Hosentaschen! Und fahre schliesslich mit Marschrutka 55 zu der Schuntschuk Aral Busstation. Doch nichts deutet auf eine Haltestelle fuer Sammeltaxis hin, bis ich ein wenig herumsuche. Doch heute fahren hier wohl keine Taxis mehr, dafuer bin ich zu spaet dran.Ich versuesse mir die Zeit mit Eis solange ich noch Hoffnung habe und auf ein Taxi nach Oybek warte. Nach einer Stunde jedoch gebe ich auf und fahre zurueck in die Stadt und mache mich auf die Suche nach dem Gaestehaus von Dilbar Jalilova, dass nahe dem Teehaus Azizon liegt. Dort angekommen ruhe ich mich erstmal bei einem Chai aus und entspanne einige Stunden. Zwischendurch kommen zwei Gaeste aus Leipzig an, Elke und Stefan.

Das Gaestehaus liegt sehr schoen in einem alten Stadtteil von Chudschand, unmittelbar neben einer kleinen Mosche.Es errinnert mich auf den ersten Blick ein wenig an Yazd in Iran, da zum Teil die Waender der Haeuser auch aus Lehm sind. Abends dann mache ich mich hungrig wie ich bin auf die Suche nach dem Restaurant Sajtun. Auf dem Weg dorthin, unweit des Gaestehauses, begegne ich zwei aelteren Maennern die ein Sofa durch die Strasse tragen um es auf das Dach ihres Autos zu packen. Ich biete ihnen meine Hilfe an. Ein anderer Mann, Hassan-Hussein, spricht mich daraufhin herzlich an und wir unterhalten uns so gut es geht auf tadschikisch.

Als ich das Restaurant Sajtun erreiche, entscheide ich mich jedoch fuer eines der vielen nebenan liegenden Strassenlokale, da ich gerne draussen sitzen moechte. Hier sitzen viele lokale Leute, also kann es nicht schlecht sein. Ich esse eine Suppe, mit einem aufgrund der schlechten Lichtverhaeltnisse etwas undefinierbaren Fleischklopps. Vielleicht will ich es auch gar nicht sehen. Ein wenig unbehaglich ist mir dennoch dabei. Dann wird mir noch ein Kebab-Spiess gebracht, den ich gar nicht bestellt hatte. Ich wollte der Bedienung auf tadschikisch erklaeren, dass ich nach der Suppe und dem Salat etwas bestellen moechte. Aber sie dachte wohl ich rede auf russisch oder sie konnte selber kein tadschikisch. Dann gesellen sich noch zwei junge Maenner mit an meinen Tisch. Der eine geht los und kommt kurze Zeit darauf mit einer kleinen "Wasserflasche" wieder, die jedoch nur einige Zentimeter hoch gefuellt ist.Natuerlich mit Vodka wie sich herausstellt. Sie sind Brueder, der eine wohl bei der Polizei, der andere LKW-Fahrer. Der Polizist meint noch als ich mich verabschiede, ich solle aufpassen dass mich hier in den dunklen Strassen niemand "absticht". Dann tiegere ich durch die dunklen, menschenleeren Gassen, mit dem Gedanken spielend, was ich wohl tun wuerde wenn ploetzlich jemand mit einem langen Messer vor mir stehen wuerde. Wahrscheinlich wuerde ich einfach davon laufen, oder ihm meinen Geldbeuten mit vielleich 30 Dollar vor die Fuesse werfen. Dass ich seit einigen Tagen einen vierstelligen Dollarbetrag an meinem Bein mit mir herum trage wuerden sie bestimmt nicht bemerken. Als ich die Mosche erreiche fuehle ich mich wirklich sicher, ohne mich wirklich jemals unsicher gefuehlt zu haben.

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Ankunft in Chudschand

Puenktlich um 18:00 Uhr checke ich ein. Dann heisst es zwei Stunden auf das Boarding zu warten. Bis auf mein Geld, Pass und Handy habe ich alles im Rucksack verstaut, sodass die zwei Stunden ziemlich langweilig werden. Dann ist Boarding. Als ob der letzte keinen Platz mehr im Flugzeug bekommen wuerde, stuermt und draengt alles in den Bus, aus dem Bus heraus und in das Flugzeug hinein. So ganz verstehen tue ich die Leute nicht. Das ist wohl hier gang und gebe.

Nach einer Stunde Flug erreichen wir Chudschand. Am Ausgang des Flughafens warten schon die Taxifahrer auf ihre Opfer. Marschrutkas fahren um diese Uhrzeit leider nicht mehr, sodass ich einen Taxifahrer von 50 Somoni auf 25 herunterhandele und dann mit ihm zum Hotel Sugd fahre. Bis in die Stadt ist es dann doch recht weit. Das erste was mir hier auffaellt ist, dass die Autos mit Propan-Gas fahren.

Das Hotel Sugd ist leider schon voll. Hotel Ehson, das gleich nebenan liegt, soll nicht so schoen sein, also mache ich mich zu Fuss auf in die Stadt  zu einem anderen Hotel. Bei Nacht, wenn alles fast menschenleer ist und alle Geschaefte geschlossen haben, gar nicht so leicht. Daher verlaufe ich mich ein bischen. Die naechsten drei Hotels sind schliesslich auch schon voll, das sind alle Hotel, die im Zentrum sind. Also laufe ich wieder zurueck zum Hotel Ehson, erreiche es um halb zwoelf, und bin erleichtert endlich einen Platz zum Schlafen gefunden zu haben. Das Zimmer kostet hier 20$. Es ist eher ein Appartement denn ein Zimmer, nur die Dusche hat ein Leck. Die Leute hier sind ueberraschend freundlich. Ich esse noch schnell etwas in dem Hotel-eigenen Restaurant und bin noch vor mitternacht im Bett.

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Treffen mit Berdi

Donnerstag abend verbringe ich mit Berdi, dem Sohn von Alti Berdimuradoff, dem Vize-Direktor des Naturreservates und Klassenkamerad des Praesidenten. Sein bester Kumpel ist auch mit dabei. Beide sind Zahnaerzte. Wir essen im tuerkischen Restaurant Merve, schliesslich ist Berdi Turkmene. Berdi spricht ein bisschen deutsch und will gerne wieder nach Deutschland um sich weiterzubilden. Ich schenke ihm mein Tadschikisch Wort-fuer-Wort Buechlein und einige Bilder von seinem Vater und seiner Familie. Er gibt mir zudem einige Kontakte in Turkmenistan von seinen Verwandten dort. Einer seiner Onkel soll wohl auch Energieminister in Turkmenistan sein.

Dscf1599

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